Der verdeckte Stellenmarkt: Wie Berufstätige (nicht nur Studierende) über Netzwerke Stellen finden
Stellenbörsen zeigen die Positionen, die vorher nicht schon leise anderweitig besetzt wurden. Ein erheblicher Teil der Stellen, besonders auf der mittleren Ebene, die Berufseinsteiger meist anstreben, wird jemandem angeboten, der der einstellenden Person bereits bekannt ist, bevor eine Ausschreibung überhaupt veröffentlicht wird. Das zu wissen, verändert, wo die eigentliche Arbeit stattfinden sollte.
Warum das kein reines Studierendenproblem ist
Career-Messen und Campus-Recruiting lösen dieses Problem für Studierende fast automatisch, indem sie sie direkt mit Personalern zusammenbringen. Sobald man einige Jahre Berufserfahrung hat, verschwindet diese Struktur, und die meisten Berufstätigen ersetzen sie durch nichts. Sie bewerben sich weiter über dieselben Stellenbörsen, die sie für ihren ersten Job genutzt haben, während die Stellen, die zu ihrem Profil passen würden, in einem kleineren, weniger sichtbaren Kreis die Runde machen.
Wo dieser Kreis liegt
- Berufsverbände und Fachgesellschaften, die Veranstaltungen, Mailinglisten und lokale Gruppen betreiben, an die die meisten erst denken, wenn sie bereits auf Jobsuche sind.
- LinkedIn, genutzt als Gesprächswerkzeug statt als Bewerbungsportal: durchdachte Kommentare unter Beiträgen von Menschen aus Zielunternehmen, eine Kontaktaufnahme mit einer konkreten Frage statt einer generischen Vernetzungsanfrage.
- Xing, in deutschsprachigen Geschäftsnetzwerken weiterhin stark genutzt, auch wenn LinkedIn international mehr Aufmerksamkeit bekommt.
- Alumni-Netzwerke von Universität und Studiengang, die weit über den Abschluss hinaus relevant bleiben und oft eigene Gruppen für bestimmte Branchen oder Städte haben.
- Interne Mobilität im aktuellen Unternehmen, da viele Führungskräfte lieber jemanden befördern oder versetzen, dem sie bereits vertrauen, statt ein Risiko mit einer unbekannten externen Person einzugehen.
Der unangenehme Teil
Jemanden, den man kaum kennt, anzusprechen und sich für dessen Arbeit zu interessieren, oder einer früheren Kollegin zu sagen, dass man offen für Neues ist, fühlt sich an wie um einen Gefallen zu bitten. Das ist es nicht, solange es ehrlich bleibt: eine konkrete Frage, echtes Interesse an der Arbeit der anderen Person, kein unmittelbares Anliegen dahinter. Die meisten Menschen sind gerne bereit, fünfzehn Minuten über die eigene Arbeit zu sprechen. Nur wenige würden einen Lebenslauf für jemanden weiterleiten, mit dem sie noch nie gesprochen haben.
Beständigkeit schlägt Intensität
Ein einzelner Netzwerk-Vorstoß genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Suche beginnt, kommt zu spät, um noch etwas zu bewirken; für den Aufbau der Beziehung war dann keine Zeit mehr. Dauerhaft leicht sichtbar zu bleiben, durch gelegentliche Kommentare, eine Nachricht, wenn etwas Passendes auftaucht, einen Auftritt bei einer Veranstaltung pro Quartal, baut das Netzwerk auf, das da ist, wenn man es braucht.
Sichtbarkeit entsteht nicht von selbst, und die meisten Berufstätigen kümmern sich erst darum, wenn sie bereits auf Jobsuche sind, was zu spät ist. GSA Career™ hilft Berufseinsteigern, aus dieser Sichtbarkeit eine aktive Strategie zu machen, lange bevor sie gebraucht wird.